Familienrecht aus der Praxis

Liebe Leser und Interessenten des Familienrechts,

 

in diesem Blog möchte ich Ihnen die Mythen des Familienrechts entlarven. Mit weit verbreiteten allgemeinen Ansichten und angeblichen Rechtsverständnissen aufräumen und mit Ihnen meine Erfahrung aus der Praxis im Familienrecht teilen.

 

Bei Fragen oder Meinungen Ihrerseits freue ich mich über eine E-Mail an Rechtsanwältin Hunstig: info@dierkes-koehler.de

 

 Umgang, 03.03.2021

 

§ 1684 BGB regelt den Umgang des Kindes mit seinen Eltern.

Hierbei ist allerdings, im Unterschied zum Verständnis in der Praxis, ein anderer Wortlaut gewählt, als ich ihn häufig im Gespräch mit den Eltern erfahre. Oder sich die Eltern die Rechte- und Pflichtenverteilung vorstellen.

 

Es heisst:

"Das Kind hat das RECHT auf Umgang..." und "...jeder Elternteil ist zum Umgang mit dem Kind verpflichtet und berechtigt".

 

Das Kind als Rechtsinhaber und die Eltern als Verpflichtete und Berechtigte.

Die ständige Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts und des Bundesgerichtshofes besagt für das Elternrecht, dass im Falle einer Trennung der Elternteile, dem nicht hauptbetreuenden Elternteil, es zu ermöglichen ist, sich vom Wohle und dem fortlaufenden persönlichen und geistigen Befindens und der  Entwicklung seines Kindes zu überzeugen. Einer Entfremdung sei vorzubeugen und dem gegenseitigen Liebesbedürfnis sei Rechnung zu tragen.

 

Für das KIND liegt der Zweck des Umgangsrechts darin: 

 

- die gewachsenen Beziehung zwischen Kind und Erwachsenen fortzusetzen, zu pflegen und so zu einer gedeihlichen Entwicklung des Kindes beizutragen. 

 

Wichtig ist, und das wird von vielen Eltern, besonders im Falle einer emotional intensiven Trennung völlig missverstanden, dass es NICHT der Zweck des Umgansgrechtes ist, eine gleichberechtigte Teilhabe am Leben des Kindes sicherzustellen oder den anderen Elternteil zu überwachen. 

 

RA Hunstig, 03.03.2021

 


Anrufen

E-Mail

Anfahrt