Familienrecht aus der Praxis

 

Alleinerziehend in Coronazeiten

 

Für viele Menschen stellt die Pandemie eine Herausforderung dar, insbesondere, wenn Kinder involviert sind.

Trennt sich ein Ehepartner in Pandemiezeiten und verlässt das Familiengefüge, kann dies besonders schwer wirken.

Die Trennung von einem geliebten Menschen ist das Eine, gefühlt „Mit Allem alleine dazustehen“, eine andere Sache.

 

Doch sei der Schritt zu Gericht wohl überlegt!

 

Manchmal weiss man einfach nicht mehr, wie es weiter gehen soll und wie man den anderen Elternteil seiner Verpflichtung entsprechend einbinden kann/muss.

 

Es gibt diverse Stellen die Ihnen helfen können, wenn Sie es zulassen.

 

https://www.kreis-oh.de/Soziales-Familie-Gesundheit/Familien-und-Frauen/Wegweiser-Familien-in-Ostholstein/index.php?&object=tx,2454.18440.1&ModID=9&kat=335.107&call=0&bn=0&sfort=0&TypSel=251.24&La=1

 

Hier finden Sie eine Auflistung der verschiedenen Stellen, die Ihnen in schwierigen Situationen der Familie in Ostholstein helfen können. Nutzen Sie es!

Zudem haben Sie immer die Möglichkeit zu Ihrem örtlich zuständigen Amtsgericht zu gehen, einen Beratungshilfeschein zu beantragen (soweit die Voraussetzungen erfüllt sind) und den Anwalt Ihrer Wahl zur Situation und Ihren rechtlichen Möglichkeiten zu befragen. Die Beratungshilfe ermöglicht Ihnen ein umfassendes Beratungsgespräch bei Ihrem Anwalt zu erhalten.

 

Der Schritt zu Gericht sollte Ihre letzte Wahl sein, denn es ist nicht nur, dass immense Kosten auf allen Seiten entstehen (auch wenn es Verfahrenskostenhilfe gibt), sondern es ist ein Schritt für das Familiengefüge, welcher schlecht oder gar nicht rückgängig zu machen ist.

Auch ein Anwalt kann mit Ihnen zusammen und vielleicht auch zusammen mit dem örtlich zuständigen Jugendamt eine außergerichtliche Einigung finden. Es ist immer wünschenswerter außergerichtlich die familiäre Situation zu entflechten und klare Regeln für alle aufzustellen, als dies durch einen DRITTEN auferlegt zu bekommen.

 

Bei Fragen zu Ihrer Situation, Ihren rechtlichen Möglichkeiten, kommen Sie gern auf mich zurück!

 

Ihre Fachanwältin für Familienrecht Hunstig, 26.05.2021

 

Teilungsversteigerung, 10.05.2021

 

Die Teilungsversteigerung der gemeinsamen Immobilie vor Rechtskraft der Scheidung?

Es gilt doch - vor Rechtskraft der Scheidung ist eine Teilungsversteigerung gegen den Willen d s anderen Ehegatten unzulässig- (so auch OLG Hamburg)

 

Doch der BGH entschied nun, dass eine Teilungsversteigerung schon vor Rechtskraft der Scheidung zulässig ist. (so auch OLG Hamm, Thüringen, Stuttgart)

 

Was bedeutet dies für Sie?

Sie haben eine gemeinsame Immoblie, haben sich getrennt und möchten Ihren Miteigentumsanteil verkaufen bzw. die Gemeischaft der Eigentümer aufheben. Das heisst es gilt § 749 BGB.

Ihr Ehegatte ist dagegen? Dann gilt ein teils auf Rechtsprechung teils auf Gesetz beruhendes und zu prüfendes Schrankensystem, welches dem Schutzbedürfniss des Ehegatten zugute kommt. 

 

Dabei sei zu nennen:

- § 180 II, III ZVG Die Einleitung der Teilungsversteigerung zur Unzeit,

- Die Teilungsversteigerung würde das Kindeswohl gefährden.

- § 1365 BGB, die Immobilie stellt das gesamte Vermögen des Versteigerungswilligen dar.

- § 1353 I S.2 BGB die eheliche Rücksichtnahmepflicht

 

Also muss genau abgewogen werden!

Überwigt das Interesse zur Versteigerung dem Schutz des anderen Ehegatten weiterhin im Haus zu wohnen?

 

Interessenabwägung:

 - Ist die Ehe tatsächlich gescheitert? Oder gibt es andere Ansichten?

- Trennungszeit?

 

- Lage des Versteigerungswilligen?

- Ist der Erlös für den Verstiegerungswilligen zwingend erforderlich und ist er darauf angewiesen?

 

- Was veranlasst die andere Seite der Versteigerung zu widersprechen?

- Bestehen besondere Bindungen an die Ehewohnung?

- Problem der Ersatzbeschaffung von Wohnraum?

- Gibt es gesundheitliche Einschränkungen die zu berücksichtigen sind?

- Sind Kidner involviert?

 

 

RA Hunstig, 10.05.2021

 

 Umgang, 03.03.2021

 

§ 1684 BGB regelt den Umgang des Kindes mit seinen Eltern.

Hierbei ist allerdings, im Unterschied zum Verständnis in der Praxis, ein anderer Wortlaut gewählt, als ich ihn häufig im Gespräch mit den Eltern erfahre. Oder sich die Eltern die Rechte- und Pflichtenverteilung vorstellen.

 

Es heisst:

"Das Kind hat das RECHT auf Umgang..." und "...jeder Elternteil ist zum Umgang mit dem Kind verpflichtet und berechtigt".

 

Das Kind als Rechtsinhaber und die Eltern als Verpflichtete und Berechtigte.

Die ständige Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts und des Bundesgerichtshofes besagt für das Elternrecht, dass im Falle einer Trennung der Elternteile, dem nicht hauptbetreuenden Elternteil, es zu ermöglichen ist, sich vom Wohle und dem fortlaufenden persönlichen und geistigen Befindens und der  Entwicklung seines Kindes zu überzeugen. Einer Entfremdung sei vorzubeugen und dem gegenseitigen Liebesbedürfnis sei Rechnung zu tragen.

 

Für das KIND liegt der Zweck des Umgangsrechts darin: 

 

- die gewachsenen Beziehung zwischen Kind und Erwachsenen fortzusetzen, zu pflegen und so zu einer gedeihlichen Entwicklung des Kindes beizutragen. 

 

Wichtig ist, und das wird von vielen Eltern, besonders im Falle einer emotional intensiven Trennung völlig missverstanden, dass es NICHT der Zweck des Umgansgrechtes ist, eine gleichberechtigte Teilhabe am Leben des Kindes sicherzustellen oder den anderen Elternteil zu überwachen. 

 

RA Hunstig, 03.03.2021

 

Dierkes & Köhler Rechtsanwälte und Notare
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